Neue Studie zur Zukunft des Einkaufens

Der Versandhandel arbeitet spätestens seit Beginn der Pandemie auf Hochtouren, während vielerorts die Innenstädte wie leer gefegt sind. Es entsteht der Eindruck, dass das Onlineshopping das Einkaufen in Geschäften verdrängt hat. Längst ist es kein ausschließlicher Trend unter der jüngeren Bevölkerung mehr. Alle Altersklassen vergleichen Preise im Internet und nutzen den Versandhandel. Die Performance-Marketing-Agentur Peak Ace AG hat gemeinsam mit dem Fashion- und Lifestyle-Magazin Lifestyleslab eine repräsentative neue Studie zur Zukunft des Einkaufens durchgeführt. Hierfür wurden knapp 1000 Menschen deutschlandweit zum Thema stationäres Shopping befragt.

Sind die Innenstädte noch zu retten?

Mittels Google Survey wurden die Teilnehmenden zu ihren Einkaufsvorlieben, ihrem Informationsverhalten im Netz, den Faktoren für ein positives Einkaufserlebnis sowie Gründen für Einkäufe im stationären Handel und im Internet befragt. Der Studie ist zu entnehmen, dass lediglich 13,56 Prozent der Befragten den stationären Handel noch zum Bummeln und Schaufenstergucken nutzen. Ein soziales Ereignis ist das Shopping sogar nur noch für 7,65 Prozent. Diese Zahlen hätten noch vor wenigen Jahren ganz anders ausgesehen. Es stellen sich hier viele Fragen. Sind die Innenstädte noch zu retten? Wie kann das gelingen? Wird der Versandhandel die niedergelassenen Geschäfte zeitnah vollends verdrängt haben? Die Änderung des Einkaufsverhaltens als Notwendigkeit während der Pandemie wird sich so nicht komplett rückgängig machen lassen.

Anprobieren und Anfassen sind Pluspunkte des Präsenzhandels

Bequemlichkeit und Zeitersparnis waren die Top-Antworten der Studie auf die Frage, was die Kundinnen und Kunden am Onlineshopping besonders schätzen. Es folgten jene der ganztägigen Verfügbarkeit 24/7 und der größeren Auswahl. Dennoch könnten sich viele Menschen ein Leben ganz ohne Innenstadt nicht vorstellen. Denn immerhin 45 Prozent der Befragten gaben an, gerne im stationären Handel einzukaufen und Tendenzen zur Unterstützung des Handels zeichnen sich ab. Besonders die Möglichkeit zur Anprobe von Produkten, der persönliche Kontakt zu Verkäuferinnen und Verkäufern sowie die Möglichkeit des Bummelns wurden hier als Hauptgründe ausgewählt. Produkte anfassen und anprobieren zu können, ist ein klarer Vorteil des Einkaufens im Präsenzhandel. Diese fehlenden Optionen führen im Versandhandel zu hohen Retourenquoten und Kundenfrust durch Fehlkäufe. Doch auch hierfür werden für den Onlinehandel zukünftig immer mehr Möglichkeiten, beispielsweise Avatare, denkbar.

Versandkosten sprechen gegen den Onlinehandel

Eine geringere elektronische Überwachung dürfte für einige Kundinnen und Kunden ebenfalls ein klarer Pluspunkt des Präsenzshoppens sein. Viele Menschen empfinden die Datensammlung und -speicherung, den Erhalt personalisierter Werbung oder von Newslettern in hoher Frequenz durchaus als unangenehm und kritikwürdig. Kulantere Rückgaberegelungen schätzen vor allem jüngere Befragte bis Mitte Dreißig. Erhobene Versandkosten im E-Commerce hielten zudem viele Kaufwillige von der Onlinebestellung ab. Das Einkaufen im Geschäft hat also durchaus noch einiges zu bieten.

Regionale Unterschiede bei Einkaufsvorlieben

Ein spannendes Resultat der neuen Studie zur Zukunft des Einkaufens bezieht sich auf die regionalen Unterschiede der Beliebtheit des Offlineshoppings. Die Betrachtung der einzelnen Bundesländer ergab für Bayern, Rheinland-Pfalz und Thüringen die Vorliebe für Einkäufe in stationären Geschäften. Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gingen hingegen weniger gerne vor Ort einkaufen. Unterschiede zeigten sich auch in den Altersklassen. Bestenfalls gelingt es Händlern, auf die Bedürfnisse und Vorlieben ihrer Kundschaft zielgruppengerecht zu reagieren und mit der Zeit zu gehen. Innovative Konzepte, die der voranschreitenden Digitalisierung gerecht werden, sind unumgänglich. Click & Meet, Online-Kaufberatung und Lieferservice sind nur einige der möglichen Optionen. Auch sollten Smartphones in den stationären Handel integriert werden. Und das nicht nur durch Zahlungsmöglichkeiten und QR-Codes, sondern auch etwa durch Pop Up Werbung oder den Aufruf zu einer Google Rezension.

Die Innenstädte müssen attraktiver werden

Nicht zuletzt ist eine Aufwertung der Innenstädte und des öffentlichen Raums eine Grundvoraussetzung dafür, dass Menschen auch morgen noch gerne bummeln und einkaufen gehen. Shopping muss einen Erlebnisgehalt haben, ein Event sein und sich wie ein Ausflug anfühlen – kostenfreie verfügbare Parkplätze oder eine gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel und bezahlbare gastronomische Möglichkeiten inklusive. Wenn man die Welle von Ladenschließungen und Insolvenzen und damit den Ausverkauf der Innenstädte noch aufhalten möchte, muss man der Kundschaft etwas bieten. Geschäftsideen müssen sich weiterentwickeln und ein Verschließen vor der Digitalisierung und dem Internet ist nicht mehr zeitgemäß. Ein charmantes niedergelassenes Ladenlokal lässt sich hervorragend mit einem kleinen Onlineshop kombinieren und ermöglicht so den Verkauf auf beiden Kanälen sowie deren Vernetzung. Wie die neue Studie zur Zukunft des Einkaufens zeigen konnte, schätzen und nutzen Käufer und Käuferinnen aktuell noch beide Welten.