Kaufabbrüche im Onlinehandel vermeiden

Im Kassenbereich vieler Onlineshops herrscht Chaos. Das erhöht Kaufabbrüche und verschenkt eine Menge Potenzial. Stripe konnte in seiner jüngsten Studie zeigen, dass diese Situation in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben ist. Doch wie lassen sich Kaufabbrüche im Onlinehandel vermeiden?

Der Online-Bezahldienst Stripe testete 800 wichtige E-Commerce-Webseiten in verschiedenen europäischen Ländern, um Fehler in den Bezahlprozessen aufzudecken. Dabei wurden auf der Mehrheit der Seiten (94 Prozent) in Deutschland, Frankreich, Spanien, Schweden, Italien, Polen, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich fünf oder sogar mehr Fehler in der Kassenzone entdeckt. In Deutschland enthielten laut der Studie sogar 97 Prozent der führenden Onlineshops mindestens fünf Fehler. Einkaufsabbrüche während des Bezahlvorganges und negative Kundenerlebnisse seien die Folge.

Generelle Tipps gegen Kaufabbrüche

Möglichst kurze, intuitive Zahlungsprozesse und absolute Bedienerfreundlichkeit im Checkout sind schon lange eine Faustregeln für erfolgreiche Online-Kaufabschlüsse. Umso mehr Klicks und Zeit das Bezahlen unseren Kundinnen und Kunden abverlangt, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit eines Abbruches. Bereits eine Zahlungsprozesslänge von mehr als 60 Sekunden führe zu einer Abbruchrate von 25 Prozent. Dauert der Abschluss jedoch 3 Minuten und mehr, wie bei etwa zwei Dritteln der Händler, klettert der Wert der Abbrüche in den 50 prozentigen Bereich.

Reibungslose Transaktionsprozesse steigern Umsätze

Die häufigsten Fehler sind genauso häufig banal und über Module oder eine Individualprogrammierung leicht zu beseitigen. Wenn Kunden eine ungültige Kartennummer eingeben oder mit einer abgelaufenen Karte zu bezahlen versuchen, sollten eine Warnung erfolgen. Adressdaten sollten automatisch vervollständigt werden. Die Rechnungsadresse sollte standardmäßig als Lieferadresse übernehmbar sein. Bereits diese kleinen Details können Ihren Umsatz steigern und Ihren Kundenservice entlasten. Investieren Sie hier Geld in Ihren Shop, werden Sie es an anderer Stelle einnehmen und auch sparen. Dass in fast einem Drittel der evaluierten Shops keine Bezahlfunktion als Gast zur Verfügung stand, ist in Zeiten der wachsenden Priorität von Datenschutz mehr als verwunderlich. Häufig setzen Kunden und Kundinnen ihre Kaufabsicht auch deshalb nicht in die Tat um, weil komplizierte Registrierungsprozesse sie abschrecken. Die Möglichkeit, sich stattdessen via Social Media Profil zu registrieren, könnte Abhilfe schaffen.

Mobile Webseiten gegen Kaufabbrüche

Mobile Webseite sind speziell für die Nutzung auf mobilen Endgeräten optimierte Webseiten. Ungefähr die Hälfte der Online-Einkäufe findet über ein Smartphone statt. Jedoch boten viele der 800 von Stripe untersuchten Seiten eine negative mobile Erfahrung. Fast alle der in Deutschland analysierten Bezahlvorgänge unterstützen Apple Pay und Google Pay nicht. Und auch die Einstellung vieler europäischer E-Commerce-Websites auf ausländische Käufer muss man als mangelhaft bezeichnen. Denn obwohl der Verkauf in die gesamte EU durch den europäische Binnenmarkt unkompliziert ist, führt das Fehlen vertrauter Bezahlmethode hier zu besonders vielen nicht beendeten Checkouts. Kaufabbrüche im Onlinehandel vermeiden – das ist möglich durch eine genaue Analyse des eigenen Onlineshops und ein paar Hausaufgaben für den Programmierer.