Zoll kontrolliert Arbeitsbedingungen von Paketzustellern

Die Beamtinnen und Beamten der „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ (FKS) des Zolls, kontrollieren seit dem gestrigen Morgen deutschlandweit die Arbeitsumstände von Paketzustellern. Das Hauptaugenmerk hat man bei dieser Untersuchung vor allem auf Amazon gelegt. Der Onlinehändler stellt seine Pakete per Subunternehmer zu. Alle 41 Hauptzollämter befinden sich in ganz Deutschland im Einsatz. Welche Unternehmen sich der Kontrolle unterziehen müssen, gibt die Generalzolldirektion nicht bekannt. Allerdings spricht man aktuell davon, dass es sich hautsächlich um Speditions-, Transport- und Logistikunternehmen handelt.

Vor allem Subunternehmen werden geprüft

Vor allem Subunternehmer stehen im Fokus der Untersuchung. Die Generalzolldirektion erklärt, dass im Versandhandel oft mit Subunternehmer gearbeitet wird und diese stehen im Verdacht, Löhne unterhalb der Mindestlohngrenze zu zahlen. Der aktuelle Mindestlohn beträgt 9,60 Euro. Außerdem überprüft die FKS, ob Subunternehmen Sozialversicherungsbeiträge korrekt abführen.

Ein weiterer Punkt, den die Beamtinnen und Beamten kontrollieren, ist die sogenannte Scheinselbstständigkeit, die in dieser Branche recht häufig auftritt. Damit umgehen die Unternehmen zum einen die richtige Abführung der Sozialversicherungsbeiträge und zum anderen die Bezahlung des Mindestlohns.

Eine 60-Stunden-Woche ist nicht selten

Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die Arbeitsbedingungen der Paketzusteller unzureichend sind. Vor allem Subunternehmen, die mit Amazon zusammenarbeiten, werden diesbezüglich durchleuchtet. Laut David Merck, Fachbereichsleiter Logistik der Gewerkschaft Ver.di in Bayern, geht es dabei nicht um die Entlohnung sondern die Arbeitszeit. Oft arbeiten die Zusteller 60 Stunden pro Woche und nicht selten auch noch mehr.

Nach wie vor ist nicht bekannt, wie viele Zusteller für Amazon in Deutschland Pakete ausliefern. Ein Sprecher kommentiert, dass Amazon mit sehr vielen Partnern zusammenarbeite, die sich an die Gesetze und an Amazons Verhaltenskodex halten müssen. Ebenso seien sie dazu verpflichtet, faire Löhne zu bezahlen und sich an die Arbeitszeiten und die Sozialleistungen zu halten.

Laut der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di soll Amazon endlich seine Zusammenarbeit mit Subunternehmen beenden und die Zusteller bei sich direkt beschäftigen. David Merck fordert außerdem dazu auf, Werkverträge in der Logistikbranche zu beenden.