Paypal: Neue Konfliktgebühr für Verkäufer

Paypal, einer der bekanntesten online Zahlungsanbieter, kündigte eine AGB-Änderung an, die am 30.04.2021 in Kraft treten soll.
Auch wenn dies nichts Neues für den Anbieter ist, so könnten diese Änderung schwere Folgen für die Händler mit sich führen.

Nahezu jeder, der online etwas kauft, nutzt PayPal. Dies ist vor allem des dazugehörigen Käuferschutzes zu verdanken. Dieser Verspricht dem Käufer zu helfen, sollte die Ware nicht oder zu spät bzw. mangelhaft oder beschädigt geliefert worden sein. Dabei dient PayPal erst als „neutraler“ Mittler und versucht eine Kommunikation und bestenfalls Einigung zwischen Käufer und Verkäufer herbeizuführen. Sollte dies nicht gelingen übernimmt Paypal die Entscheidungsmacht und trifft diese mit den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Informationen.

Was in der Theorie ganz gut klingt, funktioniert in der Praxis leider meist nicht so.
Händler berichten, dass solche Fälle in meistens zugunsten des Käufers entschieden werden.
Was demzufolge bis heute für Händler zum Verlust von Waren, Einnahmen und zuzüglich angefallener Versandkosten geführt hat, soll damit nun auch noch eine extra Gebühr beinhalten.
Je nach monatlichen Verkäufen kann diese Gebühr 14 € oder 28 € pro verlorenen Konflikt betragen.
Dabei ist wiederum zu beachten, das der Preis des umstrittenen Artikels vollkommen irrelevant ist. Die Gebühr müsste also auch bezahlt werden, wenn es sich nur um eine 4 € Artikel handelt.

Doch warum diese plötzliche Konfliktgebühr? Paypal äußerte sich dazu wie folgt:

„PayPal ändert seine Nutzungsbedingungen für Händler, um Anreize für ein verantwortungsvolles Händlerverhalten zu schaffen, Reklamationen zu reduzieren und schlechte Erfahrungen von Käufern zu vermeiden. Leider verlassen sich einige Händler bei der Lösung von Konflikten auf PayPal, statt direkt mit ihren Kunden zu kommunizieren, um eine gemeinsame und schnelle Lösung zu finden. Für eine höhere Kundenzufriedenheit und effizientere Lösungen von Konfliktfällen führt PayPal daher die Konfliktgebühr ein. (…)“

Am Ende ist jedoch eins klar: Viele Händler werden unzufrieden mit dieser Änderung sein. Denn eine Pauschalgebühr die gezahlt werden muss, auch wenn der Kaufpreis weit darunter liegt, wirft schon einige Fragen auf.