Amazon baut und baut

Der Online-Riese Amazon hat im Jahr 2020 seine neue Logistikanlage extrem schnell fertiggestellt und vergrößerte seine Logistikfläche auf 130 Millionen Quadratmeter. Für die Vergrößerung um fast 50 Prozent, musste Amazon aber bis kurz vor der Weihnachtssaison bauen. Es hat sich aber wohl gelohnt, denn es wurde ein Umsatzanstieg um 44 Prozent gegenüber 2019 erreicht.

Insgesamt gewann Amazon 2020 den dreifachen Flächenzuwachs als noch im Jahr 2019 und somit ist es mehr als insgesamt in den letzten drei Jahren. Nur zur Veranschaulichung: Walmart hat für das Flächenwachstum, welches Amazon von 2017 bis 2020 erreicht hat, 50 Jahre gebraucht!

Um sein Versandtempo beizubehalten, plant Amazon noch mehr Logistikfläche anzubauen. Es ist aber noch nicht sicher, wieviel Quadratmeter für die einzelnen Stationen dieses Jahr noch hinzukommen werden. Außerdem erweitert Amazon sein Prime Sortiment.

Der Ausbau machte auch die Entstehung von neuen Arbeitsplätzen möglich. So wurden in 2020 ca. 170.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Im Vergleich zu 2019 waren es noch 50.000 und das bedeutet ein Wachstum um das Dreifache!

Weiterer Ausbau für Prime-Bestellungen unverzichtbar

Amazon Logistics beherbergt zu einem sehr großen Teil sogenannte Fullfillment-Zentren, in denen Bestellungen gepackt werden, Sortierzentren, wo die Bestellungen zusammengestellt werden und Zustellstationen, in denen die Pakete an das Zustellfahrzeug weitergegeben werden. Eine Prime-Bestellung muss innerhalb eines Tages alle drei Stationen passieren, verweilt aber im Sortierzentrum und in der Zustellstation oft nur wenige Minuten oder Stunden.

Um das in so kurzer Zeit zu schaffen, braucht Amazon Warenbestände in größtmöglicher Nähe zum Verbraucher. Eine Zustellung per Flugzeug würde zu lange dauern und deshalb ist der weitere Logistikausbau für Amazon unverzichtbar. Doch trotz dem Flächenwachstum und den Erweiterungen schafft Amazon nicht immer eine Zustellung innerhalb eines Tages. Im Jahr 2020 dauert die Zustellung eines Prime-Artikels oft bis zu vier Tagen und die als unwichtig eingestuften Artikel haben sogar noch länger gebraucht.

Laut Scott Ruffin, dem ehemaligen Leiter und Gründer von Amazon Air, wird Amazon aber immer weiter bauen. Ein rechtliches Limit für eine weitere Ausweitung gibt es nicht und nur das würde Amazon stoppen können.

Hohe Betriebskosten durch Pandemie

Amazon verzeichnete wegen Corona Betriebskosten in Höhe von 11,5 Milliarden US-Dollar. Darin befinden sich auch die Kosten für neue Mitarbeiter und alle Infektionsschutzmaßnahmen. Laut Experten werden die Kosten für 2021 aber nicht so extrem hoch ausfallen.

Trotzdem möchte der Konzern so schnell wie möglich wieder seinen Ein-Tages-Versand anbieten können. Die nötigen Anpassungen und Umbauten hierfür sind schon in Arbeit.

Laut Experten wird Amazon wohl auch 2021 weiterhin wachsen, denn die Verwendung der Fulfillment- und Lieferkapazitäten hat zu noch mehr Bestellungen geführt und die geringeren Kosten aufgrund der Pandemie werden das Wachstum des Unternehmens noch ankurbeln.