2020 gab es 60 % mehr Verstöße gegen DSGVO

Die Deutsche Datenschutzbehörde hatte im Jahr 2020 ordentlich zu tun, denn noch nie verzeichnete man so viele Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Ganz vorne mit dabei ist der Modehändler H&M, der die höchste Gelstrafe in Höhe von über 35 Millionen Euro bekam.

An seinem Standort in Nürnberg soll der Modekonzern das Privatleben von Hunderten H&M-Mitarbeiter ausgespäht haben und erhielt daraufhin im Herbst ein Bußgeld in Höhe von 35,3 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die DSGVO. So ein hohes Bußgeld hat es in Deutschland nie gegeben. Überboten hatte H&M nur Google, mit einer Geldstrafe von 50 Millionen Euro in Frankreich. Im Großen und Ganzen gab es in Deutschland 2020 mehr Verstöße gegen DSGVO denn je. Laut den Datenschutzbeauftragten von Bund und Länder umfasste die Gesamtsumme Geldstrafen in Höhe von etwa 48 Millionen Euro. Die Summe wurde gewiss von der H&M-Geldstrafe in die Höhe getrieben. Das zweithöchste Bußgeld erhielt Notebooksbilliger.de. Der Grund: Der Elektronikhändler hatte seine Mitarbeiter per Kamera überwacht. An Dritter Stelle befindet sich die AOK, die Daten zu Werbezwecken missbraucht haben soll.

26.000 Datenunfälle

Während man 2019 noch 187 Bußgelder verhängte, stiegen die Strafen 2020 auf 301 an. Das bedeutet einen Wachstum um 60 Prozent! Den größten Teil davon bildeten Verstöße von kleineren bis mittelständischen Unternehmen, Einzelunternehmer und Vereine. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Verstöße bei der Datenentsorgung, Videoüberwachung oder bei technischen und organisatorischen Maßnahmen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisiert, dass die Regelungen der DSGVO verwirren und verunsichern und die Unternehmen stark belasten. Man wünscht sich seitens der BDA keine Überlastung von neuen komplizierten Regeln sondern durchgängige Vorgaben.