So massiv geht Amazon gegen die Konkurrenz vor

Das Wall Street Journal berichtet, wie Amazon mit seiner Konkurrenz verfährt. Demnach werden unter anderem Produkte nachgebaut und damit dem Händler erheblicher Schaden hinzugefügt. 

Wie Amazon seine Konkurrenten behandelt, ist mittlerweile nichts Neues mehr. Ein Bericht des Wall Street Journals zeigt nun aber, wie drastisch der Online-Riese dabei vorgeht.

Aggressiver Wettbewerb

Von Anfang an war es das Ziel von Jeff Bezos mit seinem Unternehmen schnell zu wachsen. Er wollte seinen Kunden das umfangreichste Angebot zu einem unschlagbaren Preis anbieten. Mit einer Marktwertung von 1,6 Billionen US-Dollar und über 1,1 Millionen Mitarbeiter hat er es bis ganz nach oben geschafft. Trotzdem betreibt Bezos sein Unternehmen mit dem gleichen Ehrgeiz und Antrieb als wäre es noch in den Kinderschuhen und geht dabei vor allem massiv gegen Mitbewerber auf seinem eigenen Marktplatz vor. Das sorgt dafür, dass das Unternehmen weiterhin boomt und mit seinem Wachstum immer besser gegen Mitbewerber konkurrieren kann.

So wurden gegen die Konkurrenz und Mitbewerber jahrelang Kampagnen geführt, die die Kundenzufriedenheit sicherstellen sollten. Und das scheint immer noch zur Strategie zu gehören. Dabei achtet man auch nicht darauf, wie klein der Kunde ist. So hat Amazon zum Beispiel ein Kamerastativ nachgebaut, welches ursprünglich eine kleine Firma verkauft hat. Daraufhin ging der Umsatz so weit runter, dass das Unternehmen geschrumpft ist. 

Produkte der Konkurrenz werden kopiert

Auch die Firma Allbirds geriet ins Visier von Amazon. Demnach wurde der Bestseller Schuh, der aus recyclebaren Materialien hergestellt wird, geklont. Amazons Schuh „Galen“ sieht dem Schuh von Allbirds zum Verwechseln ähnlich, besteht aber nicht aus natürlichen Materialien und kostet auch um die Hälfte weniger. Laut Amazon habe das Unternehmen das Design nicht kopiert und geistiges Eigentum nicht verletzt.  Außerdem sei es laut Amazon in der Branche gang und gäbe, dass man sich Inspiration und Ideen von der Konkurrenz holt.

Seit dem letzten Jahr konzentriert sich Amazon auf Shopify Inc. Das kanadische Unternehmen bietet Händlern die Möglichkeit, selbst einen eigenen Onlineshop aufzubauen und zu führen. Das von Amazon gegründete Team „Project Santos“ hat die Aufgabe, das Geschäftsmodell nachzubauen.

Schädigende Rabattaktionen

Amazon wird aber nicht nur das Kopieren von Produkten vorgeworfen. Die Firma Quidsi, die Babypflege und Windeln verkauft hat, bekam durch massive Rabattaktionen so enorme Probleme, dass es letztendlich an Amazon verkauft wurde. Man wusste nicht mehr weiter und nahm das Verkaufsangebot letztendlich an. Wenig später gab Amazon die Onlineshops auf, da sie wohl nicht genügend Gewinn abwarfen.

Das Wall Street Journal berichtet auch, dass Mitarbeiter Amazons die Daten vieler Verkäufer ihres Marktplatzes für die Entwicklung ihrer Produkte nutzten. Außerdem fordert Amazon seine Händler dazu auf, Information über ihre Produkte preiszugeben, um angeblich deren Echtheit zu überprüfen. So werden Herstellerdaten herausgefunden, die für die eigene Produktion der kopierten Produkte genutzt werden.

So geschehen beim Hersteller Pirate Trading, der wenig später von Amazon gesperrt wurde, weil sein Produkt angeblich die Echtheitsansprüche nicht erfüllt.

In den USA wurde nun Klage gegen Amazon erhoben. Dem Konzern wird unter anderem  vorgeworfen, seine Macht auf dem Markt zu missbrauchen und seine Handelspartner zu tyrannisieren.